Bergbauindustrie

Trotz der Tatsache, dass die automatisierte Charakterisierung von Materialien aus der Mineralaufbereitung mittels QEMSCAN und MLA seit den 1980er Jahren gebräuchlich ist dauerte es fast 25 Jahre bis begonnen wurde auch Proben die direkt aus Bergwerken stammen zu untersuchen. Da geometallurgische Sichtweisen in vielen Bergbaufirmen Einzug gehalten haben hat die Nutzung der automatisieren Materialcharakterisierung in diesem Anwendungsfeld zugenommen. Die Untersuchung von unzerkleinerten Erz- und Wirtsgesteinsproben aus einer Mine ermöglicht es, wertvolle Informationen für die Bergwerksplanung und die Vorhersage des Mineralaufbereitungsverhaltens vor der Zerkleinerung bereitzustellen.

Im Bereich des Bergbaus liegt der Hauptvorteil der automatisierten Materialcharakterisierung in der exakten Bestimmung von Parametern wie modaler Mineralogie, Elementverteilungen, Mineraleinschlüsse, Mineralassoziationen, sowie Partikelgrößen- und Mineralkorngrößen-Verteilungen. Besonders die Parameter der Mineraleinschlüsse und der Mineralassoziationen des Primärerzes sind von großer Bedeutung, da diese einen direkten Einfluss auf das Bruchverhalten bei der nachfolgenden Mineralaufbereitung haben. Die Kenntnis dieser primären Merkmale des Erzes ermöglicht die bestmögliche Konfiguration der Brecher und Mühlen, bevor ein Erz in der Praxis zerkleinert wird. Ein weiterer Vorteil der Anwendung der automatisierten Materialcharakterisierung in Verbindung mit der Bestimmung von geomechanischen Eigenschaften ist die Möglichkeit, die Verfahren zum Bohren und Sprengen im Bergwerk auf der Grundlage der Analyseergebnisse zu optimieren.

Durch eine detaillierte Untersuchung von Proben aus Minenblöcken kann die automatisierte Materialcharakterisierung zur geometallurgischen Modellierung beitragen, indem sie akkurate quantitative mineralogische Daten liefert. Dies hilft, optimale Gewinnungsmethoden zu wählen und potenzielle mineralische Verluste im Voraus zu identifizieren.